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Immer der Nase nach

Immer der Nase nach

Überall liegt er jetzt in der Luft: Der Duft von Zimt und Orangen, Vanille und Nelke. Schön, denkt da jeder, oder? Doch die Duftforschung beweist: Ob etwas gut oder schlecht riecht, liegt nicht am Geruch selbst, sondern ist erlernt! Professor Hanns Hatt, einer der bedeutendsten Duftforscher der Welt und Lehrstuhlinhaber am Institut für Zellphysiologie an der Ruhr-Uni Bochum, erklärt: "Wir haben keine angeborenen Vorlieben. Die Bewertung des Duftes wird erlernt. Durch die Erziehung oder von der Kultur, die sagt: Dieser Geruch ist gut oder schlecht." Erst wenn wir den Duft von Zimt oder Vanille mit den schönen Erinnerungen der Weihnachtszeit verbinden, lernen wir, ihn schön zu finden!


Kann man sich Übelriechendes abtrainieren?

Die Crossover-Forscherin und Künstlerin Sissel Tolaas trainiert seit sechs Jahren ihre Nase, um Ekel abzubauen. "Toleranz fängt bei der Nase an!" ist ihr Credo. Während andere die Nase rümpfen, schnuppert die Norwegerin munter weiter. Ihr Ziel: Alle Gerüche der Welt zu sammeln, um ihnen eigene Namen zu geben. Von der verfaulten Frucht aus Indonesien bis Kamel-Kot aus Kairo. Sie bewahrt die Geruchsproben in Dosen auf und schnuppert für das Riechtraining daran. Über 7.800 Düfte hat sie bereits seit Anfang der 1990er Jahre katalogisiert und die Unterteilungen in "stinkend" und "wohlriechend" für sich so aufgelöst.

Derzeit entwickelt sie zusammen mit Linguisten, Anthropologen und der Firma Sony die Kunstsprache Nasolo. Jeder Geruch soll eine Begriffsbestimmung erhalten. Tolaas arbeitet dabei gerne mit Kindern, denn deren Nasen sind noch unbelastet und relativ vorurteilsfrei. Sie lehrt sogar "Nase" als Unterrichtsfach an Berliner Schulen.

Denn obwohl Gerüche überall gegenwärtig sind, haben viele Menschen verlernt zu riechen. Wir wüssten nicht, was wir mit Gerüchen anfangen sollen und können sie nicht einmal beschreiben, so Tolaas. Dabei könne die Nase tatsächlich 10.000 Gerüche speichern, unser Geruchsorgan sei nur zurückentwickelt, da in unserer Kultur das Riechen als zu gefühlsbetont und unzivilisiert gelte. "Wir wissen ja kaum, wie wir selbst riechen", bemängelt die Forscherin.


Nasale Emotionen

Immer der Nase nachTolaas möchte dem Geruchssinn wieder mehr Gehör verschaffen. Er beeinflusst den Menschen im Unterbewusstsein noch bevor er rationale Entscheidungen trifft. Der Mensch hat fast 1.000 intakte Riechgene, von denen sich mittlerweile zwei Drittel evolutionsbiologisch wieder zurückgebildet haben. Auch Professor Hatt sieht im Geruchssinn "das Tor zur Seele", da Düfte steuern, ohne dass man es merkt. Sie entscheiden zum Beispiel über Sympathie und Antipathie zu einem Menschen und beeinflussen unsere Partnerwahl. Nur wer sich wirklich riechen kann, geht auch eine Bindung ein.

Düfte beeinflussen Menschen und ihre Entscheidungen. Sie schaffen Bindungen oder zerstören sie. Dass dabei keine Hexerei im Spiel ist, sondern alles auf einer rein hirnphysiologischen Wirkung beruht, davon ist Hatt überzeugt: "Über die Atmung gelangen die Duftmoleküle in die Lunge und von dort über das Blut ins Gehirn." Das ist der Tatort ihrer Entfaltung.


Erst seit kurzem wissenschaftlich anerkannt

Seit 2004, als die Molekularbiologen Linda Buck und Richard Axel den Nobelpreis für die Entdeckung der Genfamilie der Riechrezeptoren bekommen haben, wird die Geruchsforschung als wissenschaftliche Disziplin ernst genommen. Mittels modernster Labortechnik, der Molekularbiologie und der Genetik wird am Wunderwerk Nase geforscht. Kurios: Obwohl dies der älteste Sinn des Menschen ist, kann er nur mit modernster Technik erforscht werden.

Wenn die Geruchsforschung noch so jung ist, liegt es auf der Hand, dass wir das Riechen bislang völlig unterschätzt und noch nicht voll ausgeschöpft haben. Dabei scheint die Nase immer danach zu streben, den Weg zum anderen zu finden. Gerüche sind ein direkter Weg zum Gegenüber.

Immer der Nase nach

Gerüche haben Macht

Düfte beeinflussen uns, meist ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Zerstäubt man beispielsweise den künstlichen Geruch von Babyhaut in der Luft, wirkt das aggressionsabbauend. Der Einsatz beruhigender Aromen findet zum Beispiel in Zahnarztpraxen oder am Frankfurter Flughafen im ellenlangen Verbindungstunnel zwischen den Abflugbereichen A und B Verwendung. Angeblich gehen die Passagiere jetzt ruhiger zu ihren Gates. In der Fortpflanzungsforschung arbeitet Professor Hatt mit einem Geruchsstoff, der Spermien anlockt, um besser zur befruchteten Eizelle zu gelangen. Es handelt sich um den Duft von Maiglöckchen. Duft-Forscherin Tolaas glaubt sogar, dass man mit Gerüchen Menschen wieder aus dem Koma zurückholen kann.


Die längste Zeit ein Stiefkind

In einer optisch und akustisch reizüberfluteten Welt hat die Industrie die Welt der Gerüche neu entdeckt. Mittlerweile ist sie natürlich auch auf Tolaas aufmerksam geworden. Louis Vutton, Cartier, Estée Lauder oder das Swissotel buchen die Top-Wissenschaftlerin für diverse Aufträge. Auch Ikea hat bei der Forscherin angeklopft, eine duftende Ausgabe des Katalogs zu entwickeln. Er wird wohl nach einer schwedischen Holzart riechen.

Dennoch nimmt die Duftforscherin kein Blatt vor dem Mund und kritisiert das Übermaß an Duftproduktionen: "Die Industrie hat einen Höhepunkt erreicht, an dem sie gar nicht mehr weiß, wie sie noch mehr verkaufen kann. Wer will noch mehr Parfums, Waschpuler, Deodorants?" Ständige Duftneuerscheinungen verwirren: "Jährlich kommen 200 neue Duftnoten auf den Markt, es gibt kaum noch ein Produkt ohne Parfümierung oder Geruchsverbesserer", bemängelt Tolaas. Wieder mehr hinriechen, um die eigentlichen, eigenen Duftspuren zu entdecken, das ist Tolaas' eigentliche Mission.


Text: Christiane Prang, Fotos: ISTOCKPHOTO


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