Natürlicher Sonnenschutz – von innen und außen

Datum: 30. August 2018 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

  • Viele Sonnencremes und -sprays aus der Drogerie enthalten umwelt- und gesundheitsschädigende Stoffe.
  • Aus Pflanzenölen kann man ganz natürlich eigenen Sonnenschutz hertsellen.
  • Vitamine können den Sonnenschutz von innen heraus stärken.

Sonnenstrahlen machen gute Laune, stärken das Immunsystem und aktivieren die Bildung des wichtigen Vitamin D im Körper. Doch zu viel des Guten kann schädlich sein. Niemand möchte einen Sonnenbrand, aber auch nicht jeder möchte seine Haut und die Umwelt mit Chemikalien wie Oxybenzon belasten, die in einigen herkömmlichen Sonnencremes enthalten sind. Wir zeigen Ihnen, dass Sonnenschutz von innen und außen mit pflanzlichen Ölen, Vitalstoffen und Nahrungsmitteln auch ganz natürlich geht.

1. Pflanzenöle als natürlicher Sonnenschutz

Mit eingeölter Haut in die Sonne gehen – das ist ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke. Doch beschäftigt man sich mit den Eigenschaften bestimmter Pflanzenöle, erfährt man, dass sie natürliche Kosmetik-Allrounder sind, die unsere Haut nicht nur vor Sonne schützen, sondern auch umfassend pflegen.

1.1. Rotes Palmöl schützt Ihre Haut mit Carotinoiden

Frau cremt sich am Strand ein

Rotes Palmöl schützt vor UV-Strahlung.

Das  Fruchtfleisch der Ölpalmfrüchte liefert die Basis für dieses rote Öl. Die Farbe verdankt es den reichhaltig enthaltenen Carotinoiden, deren Pigmente die Pflanzen vor einem „Sonnenbrand“ durch eine Überdosis UV-Strahlen schützen. Dieses Schutz-Prinzip lässt sich auch auf die menschliche Haut übertragen. Ein weiteres Plus: Das rote Palmöl enthält darüber hinaus viel Vitamin E. Dieses Vitamin hat eine antioxidative Wirkung, es blockiert freie Radikale, die unsere Zellwände attackieren. Wird den freien Radikalen kein Einhalt geboten, ist eine vorzeitige Hautalterung die Folge. Aus Fältchen werden Falten, und die Haut verliert ihre Elastizität. Das rote Palmöl schützt und pflegt die Haut dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe. Doch Vorsicht: Dieser pflanzliche Sonnenschutz kann Flecken auf der Kleidung hinterlassen.

1.2. Sesamöl blockiert 30 % der UV-Strahlung

Sesamöl ist eines der beliebtesten Öle, das für den pflanzlichen Sonnenschutz verwendet wird. Aus gutem Grund:Es blockiert etwa 30 % der UV-Strahlung, versorgt die Haut zudem mit viel Feuchtigkeit und macht sie geschmeidig. Außerdem ist Sesamöl mit den Vitaminen A und E reich an Antioxidantien, die die Zellen schützen. Als naturkosmetisches Produkt verleiht Sesamöl der Haut zudem einen schönen Glow und schenkt dem Gesicht darüber hinaus einen gesunden, frischen Teint.

1.3. Kokosöl ist ein pflegender Sonnenschutz für Haut und Haare

Natuerlicher Sonnenschutz Kokosoel Naturkosmetik

Sonnenschutz und Pflege: Kokosöl ist ein Kosmetik-Allrounder.

Kokosöl duftet nach Urlaub, macht die Haut wundervoll geschmeidig und verleiht ihr einen schönen Schimmer. Kokosöl kann aber abgesehen davon noch mehr: Es blockiert etwa 20 % der UV-Strahlung. Es verstopft nicht die Poren, ist relativ leicht und zieht schnell ein. Und: Sie können es nicht nur für Ihre Haut verwenden, sondern auch für Ihre Haare. Auch hier wirkt es zugleich pflegend als auch schützend und wird selbst von empfindlicher Haut vertragen. Kein Wunder also, dass Kokosöl in der Naturkosmetik so bliebt ist.

1.4. Olivenöl mit Zitrone wird zur Sonnenlotion

In vielen mediterranen Ländern wird Olivenöl übrigens als naturkosmetisches Mittel eingesetzt – auch zum Sonnenschutz. Vor allem in Kombination mit Zitrone entfaltet es seine schützende Wirkung. Ein halber Liter Olivenöl gemixt mit dem Saft einer Zitrone – und schon haben Sie eine natürliche Sonnenlotion. Reines Olivenöl eignet sich überdies auch hervorragend als After-Sun-Pflege.

1.5. Himbeerkernöl: Der stärkste pflanzliche Sonnenschutz

Himbeerkernöl, auch bekannt als Himbeeröl oder Himbeersamenöl, ist nicht so einfach zu ergattern. Auch liegt es preislich über den anderen Pflanzenölen. Aber dafür verfügt es über Qualitäten, die überzeugen: Es hat den stärksten Sonnenschutz unter den Ölen und absorbiert sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlung. Die Vitamine A und E hemmen die Hautalterung und wirken sogar leicht entzündungshemmend. Allein der Geruch ist schon etwas gewöhnungsbedürftig und mag nicht jedermanns Geschmack sein. Aber nach rund einer Stunde ist er verflogen, zurück bleibt nur das besondere Schutz- und Pflegepotenzial des Himbeerkernöls.

Das sollten Sie wissen: Es gibt keine exakten Angaben über den Lichtschutzfaktor (LSF) von Pflanzenölen. Man geht davon aus, dass er im  einstelligen Bereich liegt. Damit sind die Öle nicht als Sunblocker einsetzbar und für Menschen mit empfindlicher Haut sowie Babys und Kleinkinder ungeeignet. Für einen höheren LSF müssen sie mit natürlichen Sunblockern wie beispielsweise Zinkoxid kombiniert werden. Vorsicht ist bei Allergikern geboten, photoallergische Reaktionen sind bei pflanzlichem Sonnenschutz möglich.

2. Natürlichen Sonnenschutz kann man leicht selber machen

Einige im Handel erhältliche Sonnencremes haben keinen guten Ruf. Sie enthalten gesundheitsschädliche Stoffe wie Oxybenzon oder Mikroplastik. Substanzen, die man seinem Körper und der Umwelt nicht unbedingt zumuten möchte. So sind für Korallenriffe die Stoffe Octinoxat und Oxybenzon, die in bestimmten Sonnenlotionen enthalten sind, eine zerstörerische Gefahr.

Tipps für eine selbstgemachte natürliche Sonnencreme:

Bevor Sie Ihre eigene Sonnenlotion herstellen, sollten Sie wissen, welche Schutzanforderungen sie erfüllen muss. Dafür benötigen Sie Ihre persönliche Eigenschutzzeit, also die Zeit, die Sie maximal ohne Sonnenbrand in der Sonne verbringen können. Die Eigenschutzzeit in Kombination mit der Intensität der UV-Strahlung ergibt den für Sie notwendigen Lichtschutzfaktor. Ihr benötigter LSF wird sicher höher als fünf oder sieben, daher bietet ein Pflanzenöl allein keinen ausreichenden Sonnenschutz. Aber in Kombination mit natürlichen Sunblockern wie Zinkoxid und Titandioxid lässt sich der LSF deutlich erhöhen.

Basisrezept für einen natürlichen Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 20:

  • 95 g Kokosöl (oder ein anderes der genannten Pflanzenöle)
  • 10 g SoFiTix Breitband (enthält Zink- und Titandioxid)

Verrühren Sie alles mit einem Mixer zu einer klümpchenfreien Masse und füllen diese in eine geeignete Flasche.

Das Basisrezept können Sie gegebenenfalls mit weiteren Zutaten nach Wunsch aufpeppen:

  • Natuerlicher Sonnenschutz Sunblocker Sonnencreme Sonnenbrand

    Auch mit Sonnencreme sollten Sie zwischen 11.00 und 15.00 Uhr im Schatten bleiben.

    Geben Sie in einem Wasserbad erhitzte Kakaobutter für eine dickflüssigere Konsistenz hinzu. Das können fünf oder zehn Gramm sein, die Menge bestimmt wie dickflüssig die Sonnencreme wird. Auch beruhigendes und feuchtigkeitsspendes Aloe Vera Gel können Sie im gleichen Umfang als Zutat verwenden.

  • Zwei bis drei Gramm Vitamin-E-Öl sorgen für eine bessere Haltbarkeit und fügen der selbstgemachten Sonnencreme noch zusätzlich zellschützende Antioxidantien hinzu.
  • Ein paar Tropfen Aromaöl, beispielsweise Lavendel- oder Minzöl, schaffen eine persönliche Duftnote. Achten Sie aber darauf, dass Sie keine phototoxischen Aromaöle nehmen.

Wenn Ihnen das allerdings zu viel Aufwand ist, greifen Sie stattdessen zu einer mineralischen Bio-Sonnencreme aus dem Handel. Viele Naturkosmetik-Hersteller bieten diese unbedenkliche Sonnenmilch-Alternative mittlerweile an.

3. Sonnenschutz von innen

Es gibt Lebensmittel und Vitalstoffe, die den persönlichen Lichtschutzfaktor erhöhen können, allerdings nur in geringem Maße. Der Sonnenschutz von innen reicht allein meist nicht aus und sollte darüber hinaus mit Sonnencreme kombiniert werden. Dennoch macht der Sonnenschutz von innen Sinn, denn er verhindert mögliche Folgeschäden, hervorgerufen durch UV-Strahlung.

3.1. Carotinoide sorgen für einen frischen Teint und gesunde Zellen

Natuerlicher Sonnenschutz Carotinoide Beta-Carotin rote Algen Ernaehrung

Karotten und Tomaten enthalten wirksame Radikalfänger.

Carotinoide bezeichnet eine Gruppe natürlicher Farbstoffe, die Pflanzen eine gelbe bis rote Farbe verleihen. Besonders bekannt ist das Beta-Carotin, es färbt die Karotte so schön orange. Das lässt sich auch auf die menschliche Haut übertragen.

Bei einem regelmäßigen Verzehr von Carotinoiden kann der Teint leicht orange-braun werden (Carotinodermie). Allein mit gesunder Ernährung lässt sich das jedoch nicht erreichen. Für den gemüsefrischen Look müssen Sie daher über drei bis vier Wochen hinweg mindestens 30mg Carotinoide täglich zu sich nehmen. Das entspricht ungefähr einem Kilogramm Karotten – pro Tag. Da scheint die Einnahme via Kapseln dann doch deutlich praktikabler. Erreicht wird mit der Einnahme aber nur ein Lichtschutzfaktor von 2 bis 3. Aber: Im Körper wird Beta-Carotin in Vitamin A umgewandelt, ein wichtiger Radikalfänger, der die Körperzellen vor Sonnenschäden schützen und die Sehkraft stärken kann.

Vorsicht: Bei Rauchern kann die hochkonzentrierte Zufuhr von Beta-Carotin gesundheitsgefährdend sein. Bitte nehmen Sie (auch als Nichtraucher) Vitaminkapseln oder Nahrungsergänzungsmittel in Absprache mit einem Arzt ein.

3.2. Roten Algen enthalten das wirksame Carotinoid “Astaxanthin”

Studie: Tomaten schützen

Das in Tomatenmark enthaltene Carotinoid Lycopin sorgt für einen erhöhten Sonnenschutz. Das ergab eine Studie der Universität Düsseldorf in Kooperation mit der Universität Witten/Herdecke.

Ein regelrechtes Super-Carotinoid ist Astaxanthin, es kommt unter anderem in roten Algen vor. Es soll als Antioxidans um ein Vielfaches stärker wirken als die Vitamine E und C. Es schützt jedoch nicht nur die Zellen, sondern hemmt nebenbei auch Entzündungsprozesse und erhöht die Eigenschutzzeit. Für eine wirkungsvolle Kur sollten Sie über vier Wochen etwa 4mg Astaxanthin täglich einnehmen. Das Carotinoid muss sich erst einmal entsprechend im Körper anreichern, bevor es seine volle Wirkung entfalten kann.

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