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08.08.2017
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Doctor-Brands: Medizin meets Kosmetik

Doctor-Brands: Medizin meets Kosmetik

Dermokosmetik – auch Doctor-Brands genannt – ist beliebt wie nie zuvor, seitdem sich US-Stars wie Uma Thurman, Madonna oder Cindy Crawford zur Kosmetik vom Hautarzt bekennen. Nicht der Luxusaspekt – insbesondere mit besonderem Duft und luxuriösen Verpackungen verbunden – steht dabei im Vordergrund, sondern vorrangig die Gesunderhaltung der Haut bzw. die Beseitigung von Hautproblemen: Reizungen, Röteln, Pickeln oder Fältchen. Besonders traumatisierte, empfindliche und irritierte Haut profitiert davon.

Wie eben die Haut von Schauspielerinnen und Models, die durch häufiges Make-up, Stress am Set oder Austrocknung durch Klimaanlagen häufig irritiert oder gereizt ist. Das natürliche, gesunde Hautbild wird durch die sanften, parfümfreien Produkte wiederhergestellt. Sie sind die begeisterten Kundinnen von Ärzten wie Dr. Murad oder Dr. Sebagh und Co. – den Starärzten in Los Angeles und London.


Fragen Sie Ihren Arzt, Apotheker oder in der Parfümerie

Doctor-Brands entstehen häufig in der Praxis praktizierender Hautärzte, nicht selten auch in Kooperation mit Schönheitschirurgen, Pharmazeuten oder Chemikern. Es werden meist nur wenige, hochkonzentrierte Inhaltsstoffe (z.B. reines Vitamin-C-Pulver bei Dr. Sebagh) verwendet. Auf Inhaltsstoffe, die Irritationen hervorrufen können – wie Mineralöle, Farb-, Duftstoffe, Lanoline oder auch Alkohol –, wird in der Regel verzichtet.

Das Pflege-Konzept der Dermokosmetik ist ein völlig anderes, als das herkömmlicher Pflegeserien. Die Produkte behandeln Hautzustände, nicht Hauttypen. So befindet sich beispielsweise unter den sieben Pflegeserien von Dr. Murad auch eine Linie speziell für Kundinnen in den Wechseljahren. Die Dermokosmetik bietet schnelle und effektive Lösungen für medizinische Hautprobleme. Nicht selten ähneln die deutlich-sichtbaren Resultate denen der Schönheitschirurgie. Das macht diese Marken – gerade auch für Kundinnen mit Anti-Aging-Anliegen – so beliebt.

Mit der Welle der Begeisterung werden die hautärztlichen Pflegelinien inzwischen nicht mehr nur in den eigenen Praxen verkauft, sondern auch in ausgewählten Parfümerien, Beauty-Stores und Instituten.


Cremen, bis der Arzt kommt

Auch die Forschungslaboratorien der Kosmetikriesen wie Chanel, Lancôme oder Estée Lauder setzen auf den Zweig der Dermatologie und nutzen die Erkenntnisse aus der Medizin. Besonders der Anti-Aging-Pflege kommen die wissenschaftlichen Resultate zu Gute. Ob Botox-Ersatz, das Wissen aus der Brandwunden-Notfall-Medizin (bei der Pflegelinie Juvedical von Juvena) oder das Know-How der Grundlagenerforschung der gesunden Haut – der Mann im weißen Kittel mischt mit.

Doctor-Brands: Medizin meets Kosmetik Dermatologe Prof. Paul Gerson Unna und Apotheker Oskar Troplowitz erfanden die Nivea-Creme

Dabei ist die Dermokosmetik gewiss keine neue Modeerscheinung. Bereits 1911 gab es eine Doctor-Brand, die mit Sicherheit jedes Kind kennt: Die gute alte Nivea-Creme. Sie wurde vom Apotheker Oskar Troplowitz (Inhaber von Beiersdorf) und dem Dermatologen Prof. Paul Gerson Unna erfunden. Und 1927 machte Dr. Erno Laszlo mit der Gründung des ersten Instituts für wissenschaftliche Kosmetik in Budapest Furore. 1939 ging er nach New York, wo so berühmte Stars wie Greta Garbo und Marylin Monroe zu seinem Kundenstamm zählten. Der Dermatologe schuf die wissenschaftlichen Grundlagen für ein Kosmetikprogramm auf höchstem Niveau. Alleinige Basis der Produkte und Pflegerituale war sein medizinisches Fachwissen. Die Rettung der entstellten Haut einer Dame aus dem Hochadel brachte ihm den Ruf "Engel der Schönheit" ein. Laszlo gilt als Schöpfer der weltweit ersten dermatologischen Hautpflegelinie.


Mehr als einfach nur eine Creme

Pflege vom Doc besitzt eine hohe Glaubwürdigkeit. Der Arzt muss es schließlich wissen. Oft wird ein beachtlicher Aufwand betrieben: Die Kultmarke Kiehl's besticht beispielsweise durch einen wissenschaftlichen Beirat hochrangiger Wissenschaftler, steht in einer Partnerschaft mit der Harvard Medical School und vergibt Stipendien für dermatologische Forschung. Das gute Gefühl, seine Haut in den richtigen Händen zu wissen, begleitet die Kundin während der Anwendung der Produkte und darüber hinaus.

Wie bei der Skin Biology Therapy von Prof. Volker Steinkraus, dem Leiter des Dermatologikum Hamburg. Die Hautpflegeserie, die nicht Wasser, sondern eine rein biologische Zellnährflüssigkeit als Basis hat, richtet ihr Pflegesystem an den 3 verschiedenen Lipidstufen (rich, medium, light) aus. Die Hautzellen versorgen sich selbst 24 Stunden lang mit den enthaltenen Nährstoffen. Hauteigene Erneuerungsprozesse werden so angeregt. Prof. Steinkraus hat in seiner Pflege nach eigener Aussage nur Inhaltsstoffe, "die der Haut wirklich dienen" und verzichtet auf Silikone und Parfümstoffe.

Weitaus komplizierter, aber extrem ausgeklügelt ist das Hautanalyse-System der Firma Dermalogica, das 1986 von der Chemikerin Jane Wurwand entwickelte Konzept gilt als Nr. 1 unter den professionellen Produkten: Beim so genannten "Face-Mapping" teilt das Gesicht in 14 Zonen auf und entwickelt nach einer individuellen Hautanalyse ein punktgenaues Bild des Hautzustandes der Kundin. Zudem werden 45 Fragen zu Gesundheit, Talgproduktion, Trinkverhalten, Hautempfindlichkeiten oder auch zum Stressverhalten beantwortet. Alle Ergebnisse werden festgehalten, so dass sich die Kundin selbst ein Bild davon machen, wie sich ihre Haut im Laufe der Zeit verbessert. Die Produkte werden nach dem Baukastensystem angewendet, selbst der Sonnenschutz wird morgens individuell unter die Pflege gemischt. Dermalogica-Produkte werden nur in Verbindung mit einer Kosmetikerin empfohlen und angewandt.


Doctor-Brands: Medizin meets Kosmetik

Pflege für Empfindsame und Sensibelchen

Die reizstoffarme Dermoskosmetik ist ideal für Patientinnen mit empfindlicher Haut, die in der Regel hellhäutige Typen mit nordeuropäischen Vorfahren sind. Ihr zumeist feiner Teint hat von Natur aus eine hohe Anfälligkeit für Rötungen und Irritationen. Auch die sensible Haut, die hingegen eine Reaktion auf Umwelteinflüsse und Lebensstil, z. B. ungeeignete, übermäßige Pflege und Stress, ist, profitiert.

So ist z. B. auch die High-Tech-Pflegelinie Clinique CX speziell für gestresste, gereizte oder durch chemische Behandlungen und chirurgische Eingriffe traumatisierte Haut geeignet. Das Programm beinhaltet leichte, ölfreie Feuchtigkeitscremes mit einem speziellen Energiekomplex und beruhigenden Wirkstoffen, die die natürliche Selbsterneuerung der Haut stimulieren.


Viel Aufwand in schlichtem Design

Dermokosmetik ist die ideale Lösung für Problemhaut. Sie tritt ohne Schnörkel und aufwendige Umverpackungen auf, verzichtet auf Luxus und Glamour zu Gunsten der medizinischen Wirksamkeit. Manchmal ist weniger eben mehr.


Text: Christiane Prang, Fotos: ISTOCKPHOTO


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