Kompressionsstrümpfe Test 2018

Die besten Kompressionsstrümpfe im Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kompressionsstrumpf ist nicht gleich Kompressionsstrumpf. Es gibt ihn in verschiedenen Kompressionsklassen, Farben, Ausführungen und Designs.
  • Kompressionsstrümpfe unterstützen die Arbeit der Venen, egal ob als Prävention oder Therapie.
  • Wer seine Größe bei den Kompressionsstrümpfen nicht kennt, kann sich beim Arzt oder in der Apotheke beraten lassen.

kompressionsstrümpfe-test
Während des gesamten Tages leisten unsere Venen Höchstarbeit. Im Verbund mit den Arterien übernehmen sie den Transport von Blut durch unseren Körper. In den Beinvenen, wo die pumpende Tätigkeit des Herzen allein nicht ausreicht, muss das Zurückfließen durch eigene Transportmechanismen übernommen werden. Langes Stehen oder Sitzen setzt den Venen zu.

Ob auf Reisen im Flugzeug, in der Schwangerschaft, nach einer Operation oder zur Thrombose-Behandlung, wer seine Venen unterstützen möchte, greift zu Kompressionsstrümpfen. Geschwollene Beine, Besenreiser oder Krampfadern sind lediglich Symptome, die sich bei einem vorliegenden Venenleiden zeigen. Aber auch zu viel Druck auf den Beinen macht sich in schlichtweg müde, schwere Beine bemerkbar.

Der Grund: Während der hydrostatische Druck in den Venen im Liegen nur 12 mmHg beträgt, sind es beim Stehen auf Höhe der Fußknöchel 88 mmHg. Dieser Druck führt dazu, dass sich Blut in den Beinen staut und Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Egal ob als Vorsorge oder Nachsorge – wer Kompressionsstrümpfe kaufen möchte, sieht sich einer Vielzahl verschiedener Produkte in dieser Kategorie gegenüber. Welche Kompressionsstrümpfe sind für mich geeignet? Was ist Kompression und wann brauchen meine Venen Unterstützung?

Hinweis: Die Kompression der Strümpfe wird in mmHg gemessen. “mm” steht für Millimeter und “Hg” für Quicksilber. Dieses Maß gibt an, wie die Strümpfe auf eine bestimmte Veränderung des Drucks reagieren.

1. Was sind Kompressionsstrümpfe und wann werden sie eingesetzt?

Was ist Kompression? Wirkt von außen mechanischer Druck auf ein Gewebe, um die Resorption von Gewebeflüssigkeit durch die Venen und Lymphgefäße zu unterstützen, spricht man von Kompression. Auf diese Weise sollen die durch Flüssigkeitsstau entstandenen Schwellungen abgebaut werden. Kompressionsstrümpfe können als vorbeugende Maßnahme bei schweren, müden und geschwollenen Beinen und Knöcheln verwendet werden, kommen aber auch in der postoperativen Behandlung zum Einsatz. Kompressionsstrümpfe unterstützen die Venen und verbessern die Blutzirkulation.

Wer ist besonders anfällig für Venenleiden?

Etwa 80 Prozent aller Patienten mit Venenleiden, die zu Kompressionsstrümpfen greifen, haben eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche. Frauen sind häufiger betroffen.

Die Kompressionsversorgung ist ein wichtiger Parameter bei der Behandlung von Lymphödemen, einer Störung des Lymphgefäßsystems.
Ob sich ein Venenleiden ausbildet, hat aber auch mit dem eigenen Lebensstil zu tun. Zu den Faktoren, die Ihr Risiko erhöhen können, zählen

  • langes Stehen und Sitzen
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • übermäßiger Alkholgenuss
  • hochhackige Schuhe und zu enge Hosen

2. Welche Kompressionsklassen gibt es?

Hohe Absätze an den Schuhen können ein Venenleiden begünstigen.

Kompressionsstrümpfe bestehen aus elastischem Gewebe, welches die Kompression auf die Beine erst ermöglicht. Doch nicht jeder Fuß fordert den gleichen Druck, weshalb sich Kompressionsstrümpfe entsprechend der Druckstärken in vier verschiedene Kompressionsklassen einteilen lassen.
Produkte der Kompressionsklasse 1 bieten leichte Kompression (18-21 mmHg). Die eigenen sich für die Prävention, d.h. bei schweren und müden Beinen, bevor ein Venenleiden überhaupt entsteht.

Wenn sich bereits Kampadern zeigen, sollten Sie zu Kompressionsstrümpfen der Klasse 2 greifen. Die Kompression beträgt hier 23-32 mmHg. Sogenannte milde Lymphödeme werden mit Produkten dieser Art versorgt. Menschen mit ausgeprägtem Venenleiden, mit Ödemen und Hautveränderungen unterstützen ihre Venen mit Produkten der Kompressionsklasse 3. Hier liegt die Kompression bei 34-46 mmHg. Venöse Geschwüre sollten mit Kompressionsstrümpfen der Klasse 4 versorgt werden. Die Kompression mit 40 mmHg unterstützt die Wundheilung, ebenso die Funktionen des Lymphdrüsensystems, weshalb diese Produkte bei schweren Lymphödemen eingesetzt werden.

Produktart Details
Kniestrümpfe bzw. Wadenstrümpfe mit Kompression
  • regulieren den Druck bis in die Beinvenen
  • bei geschwollenen Füßen und Knöcheln
  • vergleichsweise einfach anzuziehen
  • für den Sport geeignet
Hüftstrümpfe bzw. Oberschenkelstrümpfe mit Kompression
  • bei Venenerkrankungen bis zu den Hüften
  • stabilisieren die Venen an den Oberschenkeln
  • zeitaufwändiges Anziehen
Stützstrumpfhosen
  • geben dem gesamten Bein Halt
  • bei Venenleiden im Leistenbereich
  • sehr warm beim Tragen
  • schwer an und aus zu ziehen
Einige Hersteller haben sich auf Sportstützstrümpfe spezialisiert.

Neben diesen grundlegenden Arten der Kompressionsstrümpfe gibt es spezielle Modelle wie Kompressionsstrümpfe ohne Fuß oder Stützstrümpfe mit Zehenkappe. Entsprechend des Anwendungsbereichs finden Sie im Handel zudem Sportstützstrümpfe, Reisestrümpfe oder Antithrombosestrümpfe.
Bei medizinischen Kompressionsstrümpfen können Sie außerdem zwischen flachgestrickten Strümpfen und Strumpfhosen sowie rundgestrickte Strumpfwaren wählen. Flachgestrickte Strümpfe für Damen und Herren werden aufwändig Masche für Masche flach wie ein Tuch hergestellt. Sie haben eine sichtbare Naht. Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden auf einem runden Strickzylinder angefertigt. Sie sind nahtlos.

Hinweis: Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, sollten Sie beim Arzt oder im Sanitätshaus Maß nehmen lassen. Kompressionsstrümpfe machen nur dann Sinn, wenn sie eng anliegen und Druck auf das Gewebe ausüben.

3. Welche sind die besten Kompressionsstrümpfe?

Den ultimativen Kompressionsstrümpfe Vergleichssieger gibt es nicht. Diverse Kompressionsstrümpfe-Tests 2018 zeigen, dass Sie bei medizinischen Kompressionsstrümpfen ausgesuchter Hersteller keine Kompromisse in Sachen Material, Wirkung und Haltbarkeit machen müssen. Kompressionsstrümpfe als Sanitätsartikel erhalten Sie unter anderen von:

  • Jobst
  • Mediven
  • Bauerfeind
  • Bayreuth
Sollen Kompressionsstrümpfe wirken, müssen sie genau passen.

Einen Vergleich von Kompressionsstrümpfen sucht man bei Stiftung Warentest und Ökotest vergeblich. Letztere führten lediglich einen Test durch, um im Bereich Sport die besten Kompressionsstrümpfe zu finden. Der Test der Kompressionsstrümpfe stellte heraus, dass die Hersteller  ihren Mund mit Werbeversprechen wie „ermüdungsfreies Laufen“ oder „bessere Wettkampfzeiten“ viel zu voll nehmen. Sowohl günstige Kompressionsstrümpfe als auch teure Produkte zeigen im Vergleich teilweise erhebliche Mängel. Sämtliche Produkte lagen zwischen 20 und 50 Euro, erhielten im Bereich Funktionalität durchweg nur ein „ausreichend“ und konnten lediglich mit guten Materialeigenschaften punkten.

Positiv fiel auf: Alle geprüften Kompressionsstrümpfe sind reibecht, schweißecht und färben im Test nicht auf andere Textilien ab. Weniger schön ist allerdings, welche Inhaltsstoffe sich in so manchem Strumpf tummeln. Als Weichmacher eigesetzte phosphororganische und halogenorganische Verbindungen gelten als Allergieauslöser. Mit eingewebten Kupferfasern oder Biozid Silber wollen Hersteller gegen Pilze vorgehen und „Anti-Stinkeffekt“ anbieten. Das Bundesamt für Risikobewertung steht dem kritisch gegenüber.

  • unterstützen die Arbeit der Venen und Arterien
  • schützen vor Thrombosen
  • wirken gegen müde, schwere und geschwollene Beine
  • wärmen im Winter
  • oft aufwändiges Anziehen der Produkte
  • müssen häufig gewaschen werden
  • fördern im Sommer das Schwitzen

Hinweis: Sie erhalten Kompressionsstrümpfe auf Rezept vom Arzt, wenn es um eine konkrete Venentherapie geht. Auch als vorbeugende Maßnahme verschreiben manche Ärzte Kompressionsstrümpfe. Fragen Sie einfach mal nach.

4. Häufige Fragen zu Kompressionsstrümpfen

4.1. Wie ziehe ich die Strümpfe richtig an?

Schwellungen mithilfe von Strümpfen abbauen

Um bei Kompressionsstrümpfen einen angenehmen Tragekomfort zu erreichen, braucht es etwas Übung im Anziehen der Strumpfwaren. Ganz gleich, ob Sie Kniestrümpfe, Oberschenkel- bzw. Hüftstrümpfe oder Stützstrumpfhosen tragen, das Prinzip beim Anziehen ist dasselbe.

Wollen Sie Kompressionsstrümpfe anziehen, greifen Sie mit dem Arm in den Strumpf und fassen nach dem Fußteil in der Fersenausstülpung. Drehen Sie das Ganze auf Links, sodass das Strumpfinnere außen liegt. Streifen Sie den Fußteil des Kompressionsstrumpfes anschließend bis über die Ferse. Nun arbeiten Sie sich am Bein entlang nach oben. Fassen Sie ans Strumpfende und schieben Sie den Stoff nach oben. Haben Sie den Strumpf komplett angezogen, streifen Sie mit den Händen noch einmal von unten nach oben über den Stoff. Nun sollte der Strumpf glatt anliegen.

Tipp: Mit einer speziellen Anziehhilfe wird Ihnen das Anziehen der Kompressionsstrümpfe zusätzlich erleichtert.

4.2. Sieht man mir meine Kompressionsstrümpfe an?

Nein, das muss nicht sein. Die Hersteller von Stützstrümpfen und Kompressionsstrümpfen tun alles, um die Produkte aus dem medizinischen Bereich nicht danach aussehen zu lassen. Immer häufiger finden Sie etwa hauchdünne Feinstützstrümpfe oder Kompressionsstrumpfhosen mit bis zu 140 DEN, passgenau, weich und in angesagten Farben.

Tipp: Bei manchem Fachhändler können Sie sich Ihre gewünschten Kompressionsstrümpfe sogar selbst designen. Sie haben die Wahl, was die Ausführung, die Farbe und die Kompressionsstufe angeht.

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