Geschichte der Frisuren – Von Ägypten bis zu den Römern

Datum: 12. Oktober 2010 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

Es gibt nicht wirklich etwas Neues unter der Sonne!

Diese Weisheit aus dem Buch der Bücher scheint sich für moderne Frisuren und Haartechniken zu bewahrheiten. Alles, was wir kennen, hat es schon Jahrhunderte vor uns gegeben: ob es nun die Dauerwelle oder das Blondieren ist.

Was unsere Vorfahren in Sachen Frisuren noch alles auf Lager hatten, soll dieser kleine geschichtliche Abriss zeigen!

4000-300 v. Chr. in Ägypten

Ägypten

In Gräbern fand man bereits aufwendigen Kopfschmuck der Ägypter

Die alten Ägypter schienen in Sachen Schönheit wahrhaft erfinderisch und kunstfertig gewesen zu sein, was sich in der Vielseitigkeit der Frisuren und dem Aufwand an Haarpflege eindrucksvoll zeigt. Schon 4000 Jahre v. Chr. fand man in den Gräbern kostbare Haarnadeln und Kämme, mit denen die Frauen Ihre Haare verzierten.

Auch das Haarfärben stand hoch im Kurs. Man mag es kaum glauben, aber die heutzutage immer noch beliebte Farbe „Blond“ muss eine Erfindung der Ägypter gewesen sein. So war dieses Kulturvolk bereits in der Lage, Chemikalien herzustellen, die zum Bleichen verwendet wurden. Das fanden Forscher anhand der Mineralien, die man unter den Grabbeigaben freigelegt hatte, heraus. Ganz edel war das Bestäuben der Haare mit Gold. Weitere beliebte Farben waren neben Blond, blau, grün und rotblond.

Unglaublich gerne trug man im alten Ägypten Perücken. Darunter rasierte man sich den Kopf kahl, was als ein Zeichen von Wohlstand galt. Es herrschte die Ansicht, dass eine Perücke eine Frau erotisch anziehender macht. Diese wurde nicht selten kunstvoll gefärbt. Daher verstanden sich die Ägypter auf die Herstellung von Haarteilen und Perücken, wobei mehrere Lagen von menschlichem Haar und Pflanzenfasern mit Schlingen am inneren Perückennetz befestigt und abschließend mit Wachs versiegelt wurden.

1500-150 v. Chr. in Griechenland

Die Griechen liebten ihr Haar lang und gelockt. Mithilfe des Calamistrums, einem Holzstab aus Bronze, – der Vorläufer unseres Lockenstabs – der im Feuer erhitzt wurde, kreierten sie ihre Lockenköpfe. Besonders beliebt waren Korkenzieherlocken, die von den Ohren bis auf die Brust hinab fielen. Aber auch der im Nacken gebundene Knoten war ein Schönheitskennzeichen der Frau in der Antike.

Wer dunkles Haar hatte, versuchte es mit Safran aufzuhellen. Blond galt als Haarfarbe der Götter und war deshalb ungemein beliebt!

Wie wichtig den Griechen eine ordentliche Frisur war, zeigt sich bereits in der Rechtsprechung: Frauen, die schlampig gekleidet oder frisiert waren, wurden mit einer Geldstrafe geahndet.

500 v. Chr.-500 n. Chr. im Römischen Reich

Römisches Haar

Die Frauen orientierten sich häufig an der Frisur der Kaiserin

Antike Münzen, die man bei Ausgrabungen fand, vermitteln ein profundes Bild der Haartrachten, die die Damen dieser Epoche bevorzugten. Meist orientierten sich die Trägerinnen an dem, was die Kaiserin gerade mochte. Da diese ihre Frisur häufig wechselte, muss der gesamte Reigen von „offen“ über „hochgesteckt“ bis hin zu „gelockt“ vertreten gewesen sein. Am meisten verbreitet waren jedoch kurze Locken- und Flechtfrisuren.

Ein neuer Trend entstand quasi aus der weiblichen Neiderei: Besonders fasziniert waren die Römerinnen von den blonden Haaren der Germanen. Darum ließen sie den germanischen Sklavinnen die Haare abschneiden und verarbeiteten diese zu Perücken.

Neben blond machte auch die Farbe schwarz das Rennen. Die folgende etwas skurrile Herstellungsweise war in Rom besonders beliebt. So bewahrte man verweste Blutegel, die in Wein und Essig eingelegt waren, etwa sechzig Tage lang in einem verschlossenen Gefäß auf und hatte schon eine tiefschwarze Coloration an der Hand.

Bekannt waren die Römerinnen darüber hinaus für ihren aufwendig gearbeiteten Haarschmuck, der aus Gold, Silber, Bronze, Holz und sogar aus Elfenbein gearbeitet wurde, den man aus Afrika importiert hatte. Gerne verwendet wurden auch Bänder, die die Haare zusammenhalten sollten. Daraus entstand ein bis heute gern verwendetes Accessoire: das Diadems.

Im Altertum glaubte man, dass das Haar eine religiöse Bedeutung hatte und sah die Kopfbedeckung als Sitz der Lebenskraft an. Bekannt ist das Beispiel aus dem Alten Testament von Simson, der mit dem Verlust seines Haares auch gleichzeitig seine Kraft verlor. Diese mystische Bedeutung wurde vor allem aus dem Glauben abgeleitet, dass das Haar nach dem Tod eines Menschen noch weiter wächst.

Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich, dass das Haar seit jeher liebevoll gehegt und gepflegt wurde. Denn das Haar ist eines der wenigen Teile des Körpers, den man bewusst beeinflussen kann.

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