Wie Gerüche und Düfte die Partnerwahl beeinflussen

Datum: 22. Februar 2018 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

Liebe geht nicht nur durch den Magen, sondern vor allem durch die Nase – dessen sind sich Wissenschaftler inzwischen sicher. Es sind jedoch nicht nur die konkret wahrnehmbaren Duftmoleküle, die uns zu anderen Menschen hinziehen oder uns dazu verleiten, sie als möglichen Partner konsequent auszuschließen.


Eine nicht minder wichtige Rolle spielen jene Essenzen, die bewusst gar nicht als Geruch erkannt werden. Wir lehnen einen Menschen ab, wissen aber nicht genau, warum. Die Redewendung “Ich kann den einfach nicht riechen” trifft die Sache im Kern.

Düfte verführen entgegen bevorzugter Typisierung

Manchmal schlägt die Liebe schon seltsame Kapriolen. Zum Beispiel, wenn eigentlich blonde, groß gewachsene, schlanke Sportler als Traummann favorisiert werden und man schließlich mit einem dunklen, kompakten Denkertypen vor dem Traualtar landet – weil er schlichtweg umwerfend gut duftet und frau den ganzen Tag und am besten auch die Nacht ihre Nase in seiner Armbeuge vergraben möchte. Wenn das so ist, kann man sich der Beziehung relativ sicher sein.

78% der deutschen Singles lassen sich von ihrer Nase leiten

Laut einer Studie des deutschen Internet-Partnersuchportals neu.de lassen sich 78% der deutschen Singles beim Verlieben aus Erfahrung von ihrer Nase leiten – eine Taktik, die von Wissenschaftlern und Duftexperten als durchaus natürlich und sinnvoll angesehen wird. Denn unsere Nase war früher überlebenswichtig. Das Riechen ist ein Warnsinn, der vor allem beim Aussuchen gesunder, unverdorbener Nahrung, aber auch beim Erkennen des eigenen Nachwuchses und der Witterung von Gefahr lebensrettend sein konnte. Außerdem können zwei Menschen, die einander partout nicht riechen mögen, meistens auch keine Kinder zeugen.

Halten wir also in nächster Nähe eines Menschen unwillkürlich die Luft an oder fühlen uns beklemmt, so signalisiert uns unser Körper: Finger weg, der ist nicht gut für dich. Traurige Konsequenz: Wer zuvor vereint war, sich aber plötzlich nicht mehr riechen kann, sollte getrennte Wege gehen. “Ehetherapeuten wissen genau: Wenn einer der Eheleute den Geruch des anderen nicht mehr ertragen kann, ist es aus. Jeder Therapieversuch ist zwecklos”, sagt Duft-Forscherin Ingelore Ebberfeld.

Körpergeruch ändert sich und damit im Zweifel auch Gefühle

Leider kann sich der individuelle Körpergeruch im Laufe des Lebens verändern, denn er basiert auf verschiedenen Hormonen. Etwa durch Krankheiten, das fortschreitende Alter, die Einnahme der Pille oder eine Schwangerschaft riecht der Partner möglicherweise anders als zuvor. So schütten Mütter beim Stillen zum Beispiel ein Dufthormon aus, der den Säugling an den Geruch des Fruchtwassers erinnert und ihm besonders intensive Geborgenheit vermittelt.

Ebenso verändern starke Gefühlsregungen das menschliche Aroma

Gleichzeitig können starke Emotionen den individuellen Geruch beeinflussen. Das scharfe Aroma des kalten Angstschweißes kennt jeder, der sich einmal in einer Paniksituation befunden hat. Auch normaler Stress – etwa in einer Prüfungssituation – wirkt sich aus. Ingelore Ebberfeld geht sogar noch ein Stückchen weiter: “Ich bin davon überzeugt, dass Verliebte ebenfalls andere Körpergerüche abgeben, weil sie sich in einem ganz besonderen Gemütszustand befinden. Für meine Behauptung gibt es bislang aber noch keine wissenschaftlichen Beweise.”

Auch ist sich die Duft-Expertin sicher, dass Verliebte die Gerüche ihres Partners sensibler wahrnehmen und positiver beurteilen. Negative Konsequenz dieser Theorie: Ebbt die erste Verliebtheit ab, ist die Nase auch wieder empfänglicher für negative Duftrichtungen – zum Beispiel die viel zitierten müffelnden Socken aus der unaufgeräumten Sporttasche. Und schon ist ein Streit vorprogrammiert.

Der individuelle, hormonbestimmte Körpergeruch lässt sich nur schwer künstlich beeinflussen. Entweder harmoniert er mit dem Anderen oder nicht. Beim ersten Date kann dennoch einiges dafür getan werden, dem Gegenüber auch dufttechnisch zu schmeicheln. Denn Hormone hin oder her: Gewisse Duftsünden vernichten eine amouröse Begegnung im Nu. Beim Parfum gilt: Niemals zu dick auftragen und die passende Note aussuchen, welche mit dem eigenen Geruch harmoniert.

Die richtige Duftwahl unterstreicht die Ausstrahlung

Dabei darf ruhig Stellung bezogen werden: “Weibliche Duftnoten lassen Frauen in der Regel femininer erscheinen, männliche Parfums einen Mann maskuliner”, weiß Duft-Forscherin Ingelore Ebberfeld. “Deshalb ist es von Vorteil, wenn Frauen einen Damen- und Männer einen Herrenduft benutzen.”

Absolute No-Gos sind darüber hinaus Gerüche, die aus mangelnder Pflege resultieren. Denn laut der aktuellen Umfrage von neu.de akzeptieren 43 % der deutschen Singles keinen Mundgeruch beim ersten Date; für immerhin 35% ist das erste Treffen gelaufen, wenn der potenzielle Partner einen Schweißgeruch absondert. Und 23 % ist es am liebsten, wenn keine künstlichen Gerüche wie Deo oder Parfum den natürlichen Eigengeruch überdecken.

Für all jene, die sich nicht ganz sicher sind, ob ihr Geruchsprofil mit dem ihres Partners harmoniert oder nicht oder den untrüglichen Instinkt haben, dass etwas nicht stimmt, hat Ingelore Ebberfeld einen cleveren tipp parat: “Dann sollte man vielleicht einmal heimlich an etwas schnüffeln, was demjenigen gehört. Wenn die Nase sagt, das geht nicht, dann geht es nicht.”

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