Hormonelle Akne: Das können Sie dagegen tun

Datum: 04. Oktober 2018 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

  • Hormonell bedingte Akne betrifft Jugendliche ebenso wie Erwachsene.
  • Oftmals wird Betroffenen die Pille verschrieben oder ein Antibiotikum gegeben.
  • Alternativ gibt es naturheilkundliche Hilfsmittel, die gegen hormonell bedingte Akne helfen können.

Von Akne sind nicht nur Jugendliche betroffen. Etwa jede vierte Frau im Alter zwischen 25 und 45 Jahren leidet unter einer Spätakne. Wir erklären Ihnen, warum und wie Hormone überhaupt Akne verursachen. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie mit Medikamenten, Naturheilmitteln und einer Änderung der Lebensgewohnheiten wieder eine reine Haut bekommen können.

1. Männliche Hormone lassen Pickel bei Frauen sprießen

frau mit akne

Es gibt erfolgversprechende Therapien gegen hormonelle Akne.

Viele Frauen jenseits der Pubertät kennen das Phänomen: Die Haut spielt verrückt. Plötzlich sind Mitesser da, und Pickel mutieren zu einer unangenehmen Akne.

Die Spätakne (Akne Tarda) ist wie die klassische Akne (Akne vulgaris) eine enorme Belastung für die Seele.

Woran erkennen Sie eigentlich Akne? Es ist ein Krankheitsbild, das mit chronisch entzündeten Talgdrüsen physisches und psychisches Leid verursacht. Die Erkrankung zeigt sich mit Pickeln, Aknezysten und manchmal auch mit eitrigen Furunkeln.

Schuld daran sind die Hormone, allen voran die Androgene. Diese männlichen Sexualhormone regen die Talgproduktion (Seborrhoe) bei Mann und Frau übermäßig an. Dadurch werden verhornte Hautzellen und Keime in den Hautporen eingeschlossen – es kommt zu Entzündungen, die man als Akne bezeichnet.  Akne über 30 zeigt sich oft an den Wangen, am Hals sowie am Kinn- und Mundbereich.

Gut zu wissen: Vermeiden Sie Aknenarben. Gehen Sie rechtzeitig zum Hautarzt, um der Ursache der Pickelbildung auf den Grund zu gehen und eine geeignete Therapie zu finden.

Es gibt zwar kein Mittel, das bei Akne sofort wirkt, aber Sie können mit den richtigen Schminktipps zumindest optisch schnell Abhilfe schaffen:

1.1. Wenn die Hormone verrücktspielen

Hormonschwankungen bzw. Hormonstörungen beeinflussen den Körper auf vielfache Weise, eine davon ist die Bildung von Akne.

Zyklus: Jeder Zyklustag ist hormonell ganz unterschiedlich. Es gibt ein stetiges Auf und Ab der Hormone, was die Talgdrüsen anregt, vor allem kurz vor der Menstruation. Als wäre die prämenstruelle Phase für viele Frauen nicht schon unangenehm genug, kann es dann auch noch zur (verstärkten) Aknebildung kommen.

Schwangerschaft: Auch während einer Schwangerschaft geht es hormonell turbulent zu. Und das zeigt sich oftmals mit einer unreinen Haut und schlimmstenfalls mit einer Akne. Es kann jede Schwangere treffen, aber es sind vor allem Frauen betroffen, die bereits als Teenager mit Pickeln und Akne zu kämpfen hatten.

Pille: Auch die Einnahme der Pille beeinflusst den Hormonspiegel immens. Während dieser Zeit wird die Testosteron-Produktion in den Eierstöcken deutlich reduziert. Nach dem Absetzen der Pille, bildet der Körper wieder vermehrt männliche Sexualhormone und sorgt so für eine unreine Haut.

Wechseljahre: Während der Wechseljahre sinkt der Östrogenspiegel kontinuierlich, aber die Eierstöcke produzieren weiter fleißig Androgene. Es kommt zu einem Überschuss an pickelfördernden männlichen Hormonen.

Stress: Sind Sie gestresst, wirkt sich das nicht nur auf Ihre Laune, sondern auch auf Ihren Blutzuckerspiegel aus, der steigt dann deutlich. Das wiederum fördert wiederum die Bildung von Androgenen – und Akne.

2. Schulmedizin im Kampf gegen Akne

frau drückt pickel aus

Auf keinen Fall ausdrücken. Das kann die Entzündung verschlimmern.

Zunächst einmal: Haben Sie Geduld, eine Soforthilfe gibt es nicht. Spätakne verschwindet nicht von heute auf morgen.

Frauen wird häufig die Pille verschrieben, um das Problem mit dem Überschuss der männlichen Hormone zu lösen. Aber viele möchten die Akne ohne Pille bekämpfen. Es gibt in der klassischen Medizin verschiedene Möglichkeiten, eine Akne zu behandeln.

 

2.1. Topische Therapien mit Cremes und Salben

Topisch bedeutet „äußerliche Anwendung“. Dafür gibt es Cremes, Salben und Lotionen, einige davon sind rezeptpflichtig. Für alle gilt: Für einen Erfolg müssen Sie die Mittel über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig anwenden. Einige der Präparate dürfen Sie in der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht anwenden.

Unter Umständen löst eine topische Therapie Hautreaktionen aus, wie zum Beispiel Rötungen, Brennen, Stechen, Juckreiz und Lichtempfindlichkeit.

Retinoide: Das sind rezeptpflichte Mittel mit einer Vitamin-A-Variante. Die Präparate können zur Langzeitbehandlung verwendet werden und wirken auf vielfache Weise: Zum einen lösen sie abgestorbene Hornzellen auf und verkleinern vergrößerte Talgdrüsen, zum anderen wirken die Mittel entzündungshemmend, antibakteriell und heilungsfördernd.

Benzoylperoxid: Das Mittel wird als Creme oder Gel in verschiedenen Konzentrationen angeboten und wird bei leichter bis mittelschwerer Akne eingesetzt. Der frei verkäufliche Wirkstoff löst die äußeren Hornschichten der Haut auf, so kann der Talg leichter abfließen. Zudem wirkt Benzoylperoxid antibakteriell, aber ohne das Risiko, eine Resistenz auszubilden.

Antibiotika: Entzündliche Akne kann mit einem äußerlich angewendeten Antibiotikum behandelt werden, das die Bakterienbildung bekämpft. Das rezeptpflichtige Mittel wird über mehrere Wochen oder sogar Monate aufgetragen. Es besteht vor allem bei wiederholter Langzeitbehandlung die Gefahr, dass sich eine Resistenz bildet.

Azelainsäure: Der pharmazeutische Wirkstoff lindert Verhornungen und die Talgbildung, darüber hinaus bekämpft er das Bakterium Propionibacterium acnes. Der Erreger findet sich oft auf der Haut von Akne-Patienten.

Hormonhaltige Cremes: Der Wirkstoff Cyproteronacetat ist ein Anti-Hormon und hemmt die Bildung des männlichen Hormons Androgen.

Als Alternative zur Pille kann auch eine Östrogen-Creme zur Behandlung von Akne verwendet werden. Die Creme wird unter anderem bei Wechseljahresbeschwerden verordnet und kann aufgrund ihrer hormonellen Wirkung leichte Akne lindern.

2.2. Systemische Therapie mit Tabletten

Bringt eine topische Therapie nicht den erhofften Erfolg, kann eine systemische Therapie mit rezeptpflichtigen Tabletten in Erwägung gezogen werden.

Antibiotika: Oral eingenommene Antibiotika (mindestens drei Wochen) wirken wie antibiotische Cremes, nur noch intensiver. Die Präparate lindern Entzündungen und hemmen die Bildung des Akne-Bakteriums.

Isoretinoin: Der Wirkstoff gehört zu den Retinoiden und wirkt effektiv gegen Akne. Das Mittel verkleinert die Talgdrüsen und reduziert die Bildung von Mittessern (Komedonen) und Bakterien. Der Patient nimmt den Wirkstoff in der Regel bis zu sechs Monate ein. Der Einsatz von Isoretinoin sollte gut überlegt sein, der Wirkstoff hat einige Nebenwirkungen.

Achtung: Retinoide haben eine teratogene Wirkung und können schwere Missbildungen von ungeborenem Leben verursachen. Daher wird es nur nach zwei Schwangerschaftstests im Abstand von vier Wochen und bei konsequenter Verhütung mit der Pille verordnet.

2.3. Physikalische Therapie mit Licht und Laser

Auch eine Lichttherapie, zum Beispiel mit einer LED Maske, kann Pickel und Akne bekämpfen. Unterschiedliche Lichtfarben haben eine unterschiedliche Wirkung. Bei Hautproblemen wird oft rotes und blaues Licht kombiniert.

Laser und IPL (Intense Pulsed Light) können nicht nur Aknenarben lindern, sie werden auch zur Behandlung der Hauterkrankung eingesetzt.

3. Homonelle Akne natürlich und ganzheitlich behandeln

mönchspfeffer pflanze

Mönchspeffer harmonisiert den Hormonhaushalt.

Eine leichte bis mittlere Akne muss nicht unbedingt mit chemischen Mitteln behandelt werden. Manchmal verschaffen auch sanfte Therapiemethoden  Linderung.

3.1. Therapie mit Naturheilmitteln

Mönchspfeffer: Bei hormoneller Akne kann die Heilpflanze Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) in Form von Tabletten oder Kapseln helfen. Das Mittel wirkt direkt auf die Hypophyse und harmonisiert Hormonstörungen.

Rotklee: Akne, zumindest in leichter Ausprägung, lässt sich mit dieser Pflanze behandeln. Denn Rotklee verfügt über einen hohen Phytoöstrogen-Gehalt und hat damit viele positive Eigenschaften, unter anderem wirkt es lindernd bei Hautproblemen.

Phytotherapie: Pflanzlich-homöopathische Urtinkturen zur oralen Verabreichung werden ebenfalls zur Behandlung von Akne verwendet. Dabei kommen unterschiedliche Pflanzen zum Einsatz: Ackerstiefmütterchen und die Ringelblume wirken entzündungshemmend und heilfördernd. Frauenmantel hat ebenfalls eine entzündungslindernde Wirkung und harmonisiert zusätzlich den Hormonhaushalt.

Homöopathie: Einige Betroffene vertrauen auf die Behandlung mit Globuli. Diese ist stets individuell und richtet sich nach vielen Aspekten. Bei der Homöopathie steht immer der Mensch und nicht die Krankheit im Mittelpunkt.

Schüssler Salze: Bei Akne kommen die Salze Nr.3 (Ferrum phosphoricum), Nr.4 (Kalium chloratum), Nr. 8 (Natrium chloratum), Nr.9 (Natrium phosphoricum) und Nr.11 (Silicea) in Frage. Der Therapeut entscheidet individuell und gemeinsam mit Ihnen, welche Schüssler Salze bei Ihrer Akne-Ausprägung sinnvoll sind.

Darmsanierung: Eine gesunde Darmflora stärkt die Gesundheit der Haut. Ihr Therapeut kann Ihnen entweder eine vierwöchige Kur mit Darmbakterien verordnen oder mit Ihnen eine komplette Darmsanierung über mehrere Monate durchführen.

Entspannung: Stress führt zu einer vermehrten Ausschüttung männlicher Hormone. Lassen Sie es nicht soweit kommen, und sorgen Sie für Ruhepausen und regelmäßige Entspannung, zum Beispiel mit Qigong, Yoga oder Meditation.

Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Hautarzt eine geeignete Pflege mit Creme und Serum empfehlen. Auch die tägliche, gründliche Reinigung ist bei unreiner Haut ein absolutes Muss. Eine regelmäßige Ausreinigung und Fruchtsäurepeelings von einer Kosmetikerin sind bei einer nicht-entzündlicher Akne oft hilfreich.

4. Unterstützen Sie die Behandlung mit einer gesunden Ernährung

Vieles, was lecker ist, ist nicht unbedingt gesund. Stark zucker- und kohlenhydrathaltige Leckereien erhöhen den Blutzuckerspiegel merklich. Das führt zur vermehrten Ausschüttung männlicher Hormone und das zu einer verstärkten Talgproduktion. Auch Milch scheint die Pickel- und Aknebildung zu begünstigen, das gilt laut Studie vor allem für die halbfette Variante.

Zucker, Kohlenhydrate und gehärtete Fette sollten Akne-Patienten entweder von ihrem Speiseplan ganz streichen oder zumindest deutlich reduzieren. Stattdessen essen Sie reichlich Obst und Gemüse mit viel Vitamin C, das wirkt entzündungslindernd.

Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren sind ideal, zum Beispiel Leinsamen, bestimmte Seefische und Walnüsse. Apropos Nüsse: Sie haben viele gesunde Eigenschaften, aber bei einigen scheinen sie die Hautprobleme zu verstärken.

Gut zu wissen: Vermeiden Sie Aknenarben. Gehen Sie rechtzeitig zum Hautarzt, um der Ursache der Pickelbildung auf den Grund zu gehen und eine geeignete Therapie zu finden.

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