Rosazea: Was hilft gegen die unerwünschten Rötungen und Schwellungen?

Datum: 02. September 2021 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

kupferroete

Bei Rosazea handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut. Betroffene leiden unter den deutlich sichtbaren Symptomen wie Rötungen, sichtbaren Äderchen, Knötchen und Bläschen, die sich zudem sehr unangenehm präsentieren. Da die Erkrankung in Schüben verläuft, treten die Symptome häufig unerwartet auf – etwa dann, wenn die Betroffenen viel Stress haben, sich in der prallen Sonne aufhalten oder scharfes Essen genießen.

Auch wenn sich Rosazea nicht heilen lässt, gibt es doch zahlreiche Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und das Hautbild im Gesicht zu verbessern. Dazu gehört eine medizinische Behandlung etwa mit Antibiotika, aber auch das Vermeiden der individuellen Auslöser.

1. Wissenswertes zur Hauterkrankung Rosazea


Rosazea, auch „Kupferrose“ genannt, ist eine chronische Hautkrankheit. Die genauen Ursachen für die Entstehung von Rosazea sind noch ungeklärt. Meist treten die Symptome zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Sie betreffen vornehmlich das Gesicht und äußern sich durch auffällige Rötungen, deutlich sichtbare Adern, Schwellungen und Pusteln sowie Hautverdickungen. Besonders bei Männern tritt zudem die typische „Knollennase“ auf.

Auch wenn Rosazea auf den ersten Blick häufig für Akne gehalten wird, handelt es sich hierbei um zwei vollkommen verschiedene Hautkrankheiten. Da sich die Symptome auf den Gesichtsbereich konzentrieren, stellt Rosazea auch eine nicht zu unterschätzende psychische Belastung dar. Mediziner unterscheiden mehrere Stadien der Erkrankung, die sich hinsichtlich ihrer Intensität unterscheiden. Auslöser für einen Schub können starke Temperaturschwankungen, direkte Sonneneinstrahlung, Alkohol- und Kaffeekonsum oder auch Stress sein.

Eine Diagnose der Hautkrankheit ist oftmals bereits auf den ersten Blick möglich. Rosazea gehört zu den chronischen Erkrankungen und ist nach dem ersten Auftreten nicht mehr heilbar.

2. Wer bekommt Rosazea und welche Faktoren spielen eine Rolle?

Statistisch gesehen sind mehr Frauen als Männer betroffen.

Noch ist nicht eindeutig geklärt, warum manche Menschen insbesondere im mittleren Alter auf einmal unter einer Rosazea-Erkrankung leiden. Die Krankheit tritt vor allem nach dem 30. Lebensjahr auf und betrifft Frauen statistisch gesehen etwas häufiger als Männer.

Ebenso häufiger betroffen sind Menschen mit besonders heller Haut, und das unabhängig vom Geschlecht. In der Bundesrepublik leiden zwischen 2,5 und 5 Prozent aller Erwachsenen unter der chronischen Hautkrankheit. Auch wenn die genauen Auslöser für Rosazea noch nicht bekannt sind, spielen allem Anschein nach meist mehrere Faktoren eine Rolle.

Zu den Auslösern gehören unter anderem:

  • Immunreaktionen des Körpers
  • Entzündungsprozesse
  • Veränderungen der Blutgefäße
  • Veranlagung
  • Eine gestörte Hautbarriere
  • Überempfindlichkeitsreaktionen

Auch eine langfristige Einnahme von Kortisonpräparaten steht im Verdacht, die Entstehung von Rosazea zu begünstigen. Meist spielen wahrscheinlich mehrere der genannten Faktoren mit äußeren Einflüssen wie ungewohnt starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturschwankungen zusammen.

Rosazea tritt ohne Vorwarnung spontan bei ansonsten gesunden Menschen auf. Eine Selbstdiagnose ist besonders in den frühen Stadien der Erkrankung oftmals schwierig, da es zahlreiche Hautkrankheiten gibt, die sich durch vergleichbare Symptome äußern.

3. Rosazea: Das sind die vier Typen der Hauterkrankung

Rosazea gibt es in ganz unterschiedlichen Ausprägungen, die sich in Intensität, Symptomen und Dauer der Schübe teils deutlich voneinander unterscheiden. Nicht bei jedem Patienten muss es zu allen sichtbaren Symptomen kommen: Während manche Betroffene unter einer leichten Form der Erkrankung leiden, haben andere mit schweren Verläufen zu kämpfen. Mediziner unterscheiden in diesem Zusammenhang vier Typen der Krankheit:

  • Typ 1: Leicht gerötete Gesichtshaut mit sichtbaren Äderchen
  • Typ 2: Es bilden sich Knötchen und Pusteln auf der Haut
  • Typ 3: Insbesondere im Nasenbereich verdickt sich die Haut
  • Typ 4: Es kommt zu Entzündungen der Augenlider und Augen

Zu den genannten Symptomen in unterschiedlicher Ausprägung tritt in Verbindung mit Rosazea unter anderem trockene Haut auf, die anschwillt oder sich abschält. Die Haut ist allgemein empfindlicher als bei Nichtbetroffenen und brennt oder juckt häufig. Auch wenn es mehrere Mischformen von Rosazea gibt, die sich durch individuelle Symptome und Intensitäten zeigen, gelingt es Dermatologen meist schnell, eine entsprechende Diagnose zu stellen und das nicht erst bei einer starken Ausprägung der Krankheit etwa mit einer veränderten Nase. 

3.1. Die körperlichen und seelischen Folgen einer Rosazea-Erkrankung

seelisches leid

Betroffene leiden häufig unter den seelischen Folgen der Hauterkrankung.

Rosazea ist nicht ansteckend und stellt somit für die Mitmenschen der Betroffenen keinerlei Gefahr dar. Da die Erkrankung aber allgemein nicht sehr bekannt ist und vor allem nicht von jedem auf den ersten Blick erkannt wird, bedeutet die Erkrankung oftmals ein Stigma für die Patienten. Nicht selten wird Rosazea mit Akne verwechselt, da das äußere Erscheinungsbild für Laien ähnlich wirkt.

Besonders bei schweren Verläufen der Krankheit ist es nur schwer bis unmöglich, die Symptome zu verbergen. Rosazea ist für jeden sichtbar, was für die Betroffenen eine starke psychische Belastung bedeutet. Dies gilt besonders dann, wenn es zu einer deutlichen Veränderung der Nasenform kommt. Nicht selten schämen sich die Patienten für ihr Aussehen und isolieren sich sozial. Depressionen und Selbstmordgedanken können die Folge sein.

Aber nicht nur für die Psyche kann eine Rosazea-Erkrankung nachhaltig negativ beeinträchtigen. Sind die Augen von der Krankheit betroffen, kommt es zu Entzündungen der Bindehaut und/oder der Hornhaut, was sehr unangenehm und schmerzhaft ausfallen kann. Das Wohlbefinden sowie das Sehvermögen können dadurch eingeschränkt werden, was das Bewältigen des Alltags deutlich erschweren kann. Entstehen Komplikationen etwa durch eine Hornhautentzündung, ist dringend eine medizinische Behandlung erforderlich: Schlimmstenfalls droht ein dauerhafter Verlust des Sehvermögens.

3.2. Wann sollten Rosazea-Betroffene zum Arzt gehen?

Treten im Rahmen einer Rosazea-Erkrankung lediglich leichte Symptome wie Rötungen im Gesichtsbereich auf, sehen viele Betroffene keinen Grund, direkt einen Mediziner aufzusuchen. Solange die Krankheit keine Belastung darstellt und die Beschwerden weder das Wohlbefinden noch den Alltag einschränken, kann auch durchaus zunächst auf einen Arztbesuch verzichtet werden, denn bei einer leichten Ausprägung kann entsprechende Hauthygiene bereits ausreichend sein.

Kommt es aber zu einem schwereren Verlauf, ist es ratsam, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei stark ausgeprägten Symptomen helfen Hausmittel nicht weiter: Hier ist es erforderlich, eine medikamentöse Behandlung einzuleiten und die Symptome so zu lindern. So lässt sich eine Beeinträchtigung des Allgemeinzustands verhindern beziehungsweise das Wohlbefinden wiederherstellen.

Erste Anlaufstelle sollte in diesem Fall ein Dermatologe sein. Unter Umständen ist es aber auch erforderlich, dass ein Augenarzt hinzugezogen wird. Dieser kann durch angemessene Therapiemaßnahmen Schäden an den Augen und somit am Sehvermögen verhindern. 

4. So sinnvoll ist das Führen eines Rosazea-Tagebuchs

Das Führen eines Symtomtagebuchs kann Ihnen helfen, die Krankheit besser zu verstehen.

Rosazea ist eine Erkrankung, die von Fall zu Fall variiert. Auch wenn die Symptome sich bei den meisten Patienten ähneln, weichen deren Intensität und das Auftreten der Schübe doch teilweise stark voneinander ab. Dies gilt in ebensolchem Maße auch für die Auslöser: Was bei einem Betroffenen starke Beschwerden hervorruft, macht beim anderen vielleicht kaum einen Unterschied.

Mediziner raten daher dazu, ein Rosazea-Tagebuch zu führen, in dem die auftretenden Symptome, deren Intensität und die jeweiligen Umstände festgehalten werden. So ist es Patienten und den behandelnden Ärzten gleichermaßen möglich, die individuellen Auslöser zu erkennen, was wiederum dazu führt, dass diese vermieden werden können.

Wer beispielsweise feststellt, dass die Rosazea sich nach dem Essen bestimmter Speisen verstärkt, kann in Zukunft darauf verzichten und so dafür sorgen, dass die Symptome weniger stark auftreten. Je genauer die Erkrankung und die Auslöser im Alltag bekannt sind, umso leichter fällt es, das Leben entsprechend zu gestalten. Auch für den Arzt kann es hilfreich sein, wenn er das Auftreten der Schübe und Krankheitssymptome genau nachvollziehen kann. 

5. Rosazea lässt sich mit Cremes und Salben lokal behandeln

Im ersten Stadium sowie in leichten Fällen der Erkrankung kann Rosazea zunächst lokal behandelt werden. Hier kommen in erster Linie Antibiotika zum Einsatz, die in der Lage sind, die Entzündungen zu hemmen und so die Symptome zu lindern. Cortisonhaltige Produkte dürfen dagegen nicht angewendet werden, da diese die Begleiterscheinungen von Rosazea oftmals verschlimmern – sie stehen sogar im Verdacht, einer der auslösenden Faktoren für die Entstehung der Hautkrankheit zu sein.

Ebenfalls häufig verordnet wird der Wirkstoff Azelainsäure, der auch für die Behandlung von Akne bekannt ist. Es kann zudem sinnvoll sein, die Therapie mit einem oralen Antibiotikum anzureichern, um die entzündlichen Prozesse sowie die damit verbundenen Symptome einzudämmen.

Welche genaue Therapie im Einzelfall ratsam ist, entscheidet der behandelnde Dermatologe nach einer umfangreichen Untersuchung sowie einem detaillierten Gespräch mit dem Patienten. Es ist sinnvoll, möglichst früh einen Arzt aufzusuchen, damit die Behandlung zeitnah beginnen kann, bevor sich die Symptome weiter ausprägen und die Gesundheit sowie das Befinden negativ beeinflussen.

6. Ein operativer Eingriff kann Veränderungen der Nase beheben

kupferroete nase

Die meisten Betroffenen leiden unter der Veränderung der Nase.

Bei schweren Verläufen einer Rosazea-Erkrankung können deutliche Verformungen der Nase entstehen, die insbesondere bei männlichen Patienten auftreten. Dies bedeutet meist eine starke seelische Belastung, da eine gerötete, geschwollene und allgemein veränderte Nase in der Gesellschaft den Ruf einer „Säufernase“ hat und somit oftmals auf einen erhöhten Alkoholkonsum zurückgeführt wird. Die Betroffenen wünschen sich daher eine Wiederherstellung ihrer alten Nasenform und ein „normaleres“ Aussehen.

Dies lässt sich durch einen chirurgischen Eingriff erreichen, bei dem Knötchen und verdickte Hautstellen entfernt werden und so eine unauffälligere Optik der Nase entsteht. Ob eine Operation im Einzelfall infrage kommt, kann erneut der behandelnde Arzt entscheiden, der dabei auch potenzielle Risiken abwägen kann.

7. Was können Betroffene selbst tun, um Rosazea zu lindern?

Für Rosazea-Patienten ist eine regelmäßige und schonende Hautpflege unverzichtbar. Seifenfreie und pH-neutrale Produkte sind hier anzuraten, die zusammen mit lauwarmem Wasser verwendet werden sollten. Fetthaltige Salben oder Cremes sind für Betroffene ebenfalls tabu, denn sie verstärken die Beschwerden oftmals. In den Sommermonaten ist ein angemessener UV-Schutz zwingend erforderlich. Grundsätzlich ist es ratsam, das Gesicht, wenn möglich kühl zu halten.

Heiße Duschgüsse oder Saunaaufenthalte sollen vermieden werden. Kühle Duschen hingegen sind in der Lage, die unangenehmen Symptome zu lindern, ebenso wie Gesichtsmassagen: Letztere wirken besonders gegen Schwellungen im Wangen-, Stirn- und Kinnbereich.

Mediziner empfehlen außerdem das dauerhafte Reduzieren von Stress: Hier können Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung zum Einsatz kommen, die eine Verbesserung des inneren Gleichgewichts und somit auch der Gesundheit erreichen können. Ein Verzicht oder zumindest ein sehr vorsichtiger Konsum von Alkohol und Koffein und das Weglassen scharf gewürzter Speisen können ebenfalls dazu beitragen, Rosazea-Symptome zu lindern. 

8. Nicht nur lindern, sondern vorbeugen ist wichtig für Rosazea-Patienten

Wer unter Rosazea leidet, stellt sicherlich schnell fest, dass die Krankheit in Schüben auftritt, also nicht immer gleichermaßen ausgeprägt ist. Nahezu symptomfreie Phasen wechseln sich mit Wochen oder Monaten ab, in denen die Erkrankung verstärkt zum Vorschein kommt. Ganz verhindern lassen sich diese erneuten Ausbrüche nicht – es ist aber möglich, die Intensität der Schübe zu verringern.

Vorbeugen lautet in diesem Zusammenhang das Stichwort: Betroffene können mit den bereits genannten Pflegehinweisen und Ernährungstipps oftmals entscheidend dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Dies gilt allerdings nicht nur dann, wenn diese bereits (erneut) auftreten, sondern dauerhaft und vorbeugend. Für die Betroffenen ist es daher sehr wichtig, ihre individuellen Auslöser zu kennen und zu wissen, auf welche Maßnahmen ihre Haut am besten reagiert. 

9. Rosazea mit Make-up kaschieren: Darauf sollten Betroffene achten

Seien Sie bei der Wahl Ihres Make-Ups besonders kritisch.

Wer erwägt, Rötungen und anderer Auffälligkeiten mit Make-up zu kaschieren, sollte hierbei unbedingt spezielle und zu diesem Zweck geeigneten Produkte verwenden, um zu verhindern, dass sich ein gegenteiliger Effekt einstellt. Außerdem ist es ratsam, das Make-up so zu verwenden, dass die Rötungen und Äderchen zwar darunter verschwinden, aber dennoch kein unerwünschter „Masken-Effekt“ entsteht.

Hierbei ist es wichtig, dass die Produkte in der Lage sind, alle Hautunebenheiten und Farbveränderungen auszugleichen, sich aber dennoch durch eine möglichst natürliche Optik auszeichnen. Das Ziel ist es schließlich, ein weitgehend natürliches und unauffälliges Aussehen zu kreieren und nicht anstelle der Rosazea-Symptome durch zu dickes oder unpassendes Make-up aufzufallen.

Im Handel ist bereits eine Vielzahl an Make-up-Produkten erhältlich, die sich speziell für Rosazea-Betroffene eignen. Es handelt sich dabei um schonende und hautberuhigende Artikel, die sich sowohl fett- als auch ölfrei präsentieren und ohne Duft- oder Konservierungsstoffe auskommen.

Es ist außerdem sinnvoll, Make-up zu wählen, das bereits über einen UV-Schutz verfügt. Mit einem geeigneten Concealer lassen sich Hautrötungen und Unebenheiten ausgleichen. Die dazu passende Foundation sorgt für ein ebenmäßiges Hautbild. Mit einem guten Finish wird die Haltbarkeit der Foundation verlängert und ein unangenehmes Glänzen der Haut verhindert. Für Rosazea-Patienten geeignetes Make-up gibt es im Fachhandel, aber auch bereits in zahlreichen Drogerien.

Wer sich nicht sicher ist, welche Produkte wirklich geeignet sind oder welche Farbnuance für eine möglichst natürliche Optik gewählt werden sollte, kann sich vor dem Kauf professionell beraten lassen. Das gilt nicht nur für die Wahl der einzelnen Komponenten, sondern auch für das Auftragen, das ein wenig Übung voraussetzt. 

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