Moschus – der ganz spezielle animalische Duft

Datum: 30. Mai 2018 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

Wer einen ganz besonderen Duft tragen möchte, der sollte sich ein Parfum mit Moschus suchen. Wir erklären, warum die Herstellung des Duftstoffes so besonders ist. Weiterhin zeigen wir, was sie bei Anwendung und Dosierung zu beachten haben.

Wir geben Tipps, wie Moschus Ihre Ausstrahlung verstärken kann.

1. Moschus wird ursprünglich in einer Tierdrüse hergestellt

moschustier im wald

Das Sibirische Moschustier ist mit den Hirschen verwandt und trägt kein Geweih. Aus seinen Bauchdrüsen wird das Parfumöl gewonnen.

Moschus ist ein stark riechendes Sekret. Es wird im haarigen Moschusbeutel der männlichen Moschushirsches hergestellt. Die wallnussgroße Drüse hängt vor den Geschlechtsorganen des männlichen Tieres. Sie wird auch als Brunftdrüse bezeichnet.

Das Sekret ist eine rötlich-brauen Masse. Sie wird getrocknet vor allem als Duftstoff verwendet. Nach dem Trocknen ist sie bröckelig und dunkelbraun. Im Beutel eines Moschushirsches können bis zu 30 Gramm des Sekretes hergestellt werden. Es gibt vier Arten echten Moschus‘: Tonkin-Moschus aus China und Tibet, Assam- oder Bengalmoschus aus Indien, russischen Moschus oder bucharischen.

Das Moschustier stellt mit seinen hauerartigen Eckzähnen den Urtypus des Hirsches dar. Mit seinem zotteligen Fell ist es ein Gebirgsbewohner. Von Russland über Vietnam bis in Indien ist es zu Hause. Der Hirsch ist ein Einzelgänger, nachtaktiv und ernährt sich von Gräsern und Moosen.

2. Der Duftstoff wird heutzutage meistens industriell produziert

Bis Ende der 1950er Jahre hat man Moschushirsche getötet, um das duftende Sekret verarbeiten zu können. Deswegen waren Parfums mit Moschusanteilen sehr preisintensiv. Seit Ende des 20. Jahrhunderts stehen die Tiere jedoch unter Tierschutz. Trotz ihrer Gefährdung werden Sie in China weiterhin bejagt.

So entwickelten sich andere Möglichkeiten, Moschus herzustellen. In China haben sich Farmen etabliert, die den Moschushirsch halten. Hier schaben die Mitarbeiter die Drüsen des Tieres aus, ohne es zu töten. So kann man bis zu zehn Gramm des Sekretes pro Jahr sammeln. Diese Methode ist jedoch nicht sehr erfolgreich, da die Tiere sich in Gefangenschaft schlecht halten lassen und eine hohe Sterblichkeit aufweisen. Die Qualität des Ertrages ist ebenfalls nicht die beste.

Ein Moschusochse steht im bluehenden Feld

Der Moschusochse ha, trotz des gleichen Namens keine Moschusdrüse.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist es möglich, den Duftstoff auch synthetisch herzustellen. Dies ist heute die bevorzugte Methode. Es wurden weiterhin bis zu 1.000 Substanzen gefunden, die ähnlich duften. Jedoch nur ungefähr 30 davon werden teilweise in der Industrie mitverwendet. Hierzu gehören beispielsweise die ätherischen Öle der Pflanzen Engelswurz und Moschus-Malve. Auch der Moschusochse hinterlässt während der Paarungszeit einen Urin, der moschusähnlich riecht.

3. Moschus wird vor allem als Duftstoff verwendet

Die heute industriell erstellten Ersatzstoffe des Sekretes werden in Parfum, Öl für den Körper, Deos oder Seifen verarbeitet. Ein Moschusanteil verspricht das Beste für Beauty, Wellness und Körperpflege – sowohl für Herren als auch Damen.

3.1. Der Duft ist sowohl animalisch als auch süßlich

Der Moschusduft riecht einerseits animalisch, anregend und ledrig, was eine gewisse Wärme und Geborgenheit versprüht. Andererseits duftet Moschus süß, was eine gewisse Anziehungskraft ausstrahlt. Beide Noten zusammen verströmen eine aphrodisierende Wirkung. Sie aktivieren die Pheromone, welche die menschlichen Sexualdrüsen beeinflussen.

3.2. Zu viel der Duftnote wirkt unangenehm auf andere Menschen

Der Moschusduft sollte jedoch nur sparsam eingesetzt werden. So wird er unterbewusst als anziehend empfunden, eine zu starke Dosierung wirkt jedoch schnellunangenehm und aufdringlich.

Die meisten Öle und Parfums verwenden die Duftnote deswegen als Begleitnote. Es gibt jedoch auch Exemplare, die ganz auf die erotisierende Wirkung setzen. Allgemein gilt, dass diese Duftnote ein guter Fixateur ist. Dies bedeutet, dass es Düfte und deren Bestandteile gut auf der Haut hält. Parfums können so länger wirken.

3.3. Die Duftnote kann verschiedene Wirkungen eines Parfums hervorheben

Gibt man Moschus in einem Parfum mit anderen Stoffen zusammen, können ganz verschiedene Bouquets entstehen. Häufig wird er zusammen mit Ambra, Patchouli, Sandelholz, Ingwer oder Zimt verwendet, um die erotisierende Wirkung zu unterstreichen.

Mischt man ihn jedoch mit einer Note Basilikum, Rosenholz, Zitrone, Orangenblüte oder Muskatnuss, wird der Duft belebend. Rosmarin, Lemongras, Nelke oder Minze wirken mit Moschus zusammen konzentrationsfördernd. Im Zusammenhang mit Salbei, Vanille oder Lavendel entfaltet die Duftnote jedoch ihre entspannenden Kräfte.

Parfums mit Moschus sind belebend und verleihen ihrem Träger eine ganz besondere Note und Ausstrahlung.  Auch Kosmetika, ätherische Öle, Waschmittel oder andere Produkte der Pflege aus Drogerien spielen heute mit diesem Aspekt. Hauptsächlich wird die Duftnote „Weißer Moschus“ verwendet.

4. Moschus wird ebenfalls gesunde Heilwirkung nachgesagt

Das Sekret soll belebend und nervenstärkend wirken. Auch eine krampflösende Eigenschaft wird ihm nachgesagt. Im Mittelalter wurde es sogar gegen Geisteskrankheiten eingesetzt. Man trug den Moschusbeutel des Hirsches um den Hals, um sich vor der Pest zu beschützen.In der chinesischen Volksmedizin und Gesundheit spielt Moschus heute noch eine Rolle. Es regt die Schweißproduktion an und erhöht den Testosteronspiegel. Deswegen gilt es sogar als Droge und Dopingmittel.

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