Tonsur

Datum: 22. Februar 2018 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

Der historische Ursprung der Tonsur wurde nie vollständig geklärt. Sie wurde als Zeichen der Zugehörigkeit zu katholischen Priestertum getragen und war eine geschorenen Stelle am Hinterkopf des Gläubigen. Die Größe der Tonsur wurde mit dem Stellungsgrad des Priesters verbunden. Junge Priester hatten eine Schur von der Größe einer Münze, während die Tonsur beim Papst nur noch einen schmalen Haarkranz zeigte. Im Jahr 1973 wurde die Priestertonsur von Papst Paul, dem Sechsten, abgeschafft. Heute werden sowohl Tonsur, als auch Geheimratsecken im Zusammenhang mit der Alopezie (auch: Alopecia androgenetica) , dem genetisch bedingten Haarausfall beim Mann, genannt.


Er beginnt im frühen Erwachsenenalter oder sogar schon in der Pubertät und betrifft etwa 60-80% der Männer Europas. Die Alopezie wird durch mehrere, erblich bedingte Faktoren und das Hormon Testosteron gesteuert und läuft in vier Stufen ab. Zuerst bilden sich die so genannten Geheimratsecken, da sich der Haaransatz zurückzieht. Am Hinterkopf bildet sich eine Tonsur, die sich im Verlauf der Zeit in Richtung des schwindenden Haaransatzes ausbreitet und schließlich mit den Geheimratsecken eine große, haarlose Fläche bildet, die im Endstadium zur Glatze wird.

Da volles Haar beim Mann heute für Jugendlichkeit steht, ist eine Tonsur oder gar Glatze meist unerwünscht. Die Kosmetik- und Pharmaindustrie haben unzählige Präparate auf den Markt gebracht, die den Haarwuchs anregen und das noch vorhandene Haar voller und widerstandsfähiger machen sollen. Leider sind all diese Mittel wirkungslos, denn bei Tonsuren und Geheimratsecken sterben die Wurzeln der ausgefallenen Haare ab und sind deshalb nicht mehr zu regenerieren.

Eine Eigenhaartransplantation ist eine Möglichkeit, die Tonsur unsichtbar zu machen. Hierbei werden aus dem äußeren Rand des vorhandenen Haarkranzes intakte Haarwurzeln entnommen und auf die kahlen Stellen implantiert. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.

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