Trockene Haare pflegen: 6 Tipps für geschmeidige Haare

Datum: 13. Januar 2022 • Autor: Cosmoty.de Redaktion

frau zieht an trockenen haaren

Gerade im Winter sind die Haare trockener Heizungsluft, eisiger Kälte, Mützen und Schals ausgesetzt, die sie aufreiben und austrocknen lassen können. Aber nicht nur zur kalten Jahreszeit leiden viele Menschen unter trockenen Haaren, die sich durch eine spröde Erscheinung, wenig Glanz und splissige Enden bemerkbar machen. Wir erklären Ihnen, welche Faktoren trockenes Haar begünstigen, geben Ihnen wertvolle Pflegetipps mit an die Hand und zeigen, welche Hausmittel bei strohigem Haar Wunder bewirken können.

1. Ursachen für trockenes Haar: Kälte, Hitze und Strapazen

Fehlende Vitamine als Auslöser

Wird bei der Pflege alles richtig gemacht und die Haare wirken dennoch strohig und trocken, kann dies auch ein Symptom für einen Vitaminmangel sein. Fehlt dem Körper Vitamin C, Biotin, Zink oder Eisen, führt dies auch zu einer trockenen Haarstruktur. Bei einem Verdacht sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.

Die Ursachen für trockenes, strohiges Haar können vielfältig sein. Dass es überhaupt dazu kommt, hängt stark mit der natürlichen Schuppenschicht der Kopfhaut zusammen: Bei gesundem Haar ist diese intakt und geschlossen und schützt das Haar mit einer natürlichen Fettschicht, die aus den Talgdrüsen an den Haarwurzeln entspringt.

Bei trockenen Haaren ist diese Schicht beschädigt und die körpereigene Versorgung der Haare mit Feuchtigkeit gestört. Die Folge sind ungesunde, stumpf wirkende Haare, eventuell auch eine schuppige und juckende Kopfhaut.

Die natürliche Schutzschicht an der Kopfhaut wird vor allem durch äußere Einflussfaktoren angegriffen: Extreme Kälte verhindert die Talgproduktion, Hitze und UV-Strahlen trocknen die Kopfhaut weiter aus. Die Hitze kann hierbei auch durch zu langes Föhnen oder die Verwendung eines Glätteisens oder Lockenstabs entstehen.

Aber auch Strapazen durch das Blondieren oder Färben der Haare sorgen dafür, dass die Mähne immer weniger widerstandsfähig wird und spröde wirkt. Ebenso können häufiges Haarewaschen, zu heißes Wasser sowie die Verwendung aggressiver Pflegeprodukte zur Austrocknung des Haars beitragen.

Hinweis: In Shampoos speziell für trockenes Haar kommen häufig Silikone zum Einsatz, die versprechen, das Haar weicher und glänzender zu machen. Das ist jedoch oft ein Trugschluss, da die Silikone auf Dauer die Hautporen der Kopfhaut verstopfen können, welche in der Folge nicht mehr atmen kann und eventuell sogar zu schuppen beginnt. Deswegen ist Shampoo ohne Silikone auch bei trockenen Haaren die bessere Option.

2. So pflegen Sie trockene Haare dem Haartyp entsprechend

Um trockenes Haar wieder aufzubauen oder einer Austrocknung vorzubeugen, ist die richtige Pflege maßgeblich. Wir geben Ihnen sechs Pflegetipps mit an die Hand, die Ihr Haar  geschmeidig aussehen lassen, die Haarstruktur regenerieren und den natürlichen Schutzmantel wieder aufbauen können.

2.1. Haare seltener waschen: Ideal ist ein bis zwei Mal die Woche

frau bekommt beim friseur ihre haare gewaschen

Beim Einshampoonieren genügt es, das Produkt direkt am Kopf einzumassieren. Die Längen sollten dabei ausgelassen werden.

Heißes Wasser, Reibung durch ein Handtuch und Hitzebeanspruchung durch den Föhn: All dies sind Faktoren, die trockene Haare begünstigen. Experten empfehlen daher, die Haare so selten wie möglich zu waschen,  maximal ein bis zwei Mal die Woche. Wer zu fettigen Haaren neigt, wird dem allerdings wahrscheinlich nicht immer nachkommen können.

Bei einer häufigeren Haarwäsche sollte dann darauf geachtet werden, maximal lauwarmes Wasser zu benutzen (besser noch: kaltes Wasser) und die Haare möglichst lufttrocknen zu lassen. Wichtig ist außerdem, Shampoo nur am Ansatz und auf der Kopfhaut einzumassieren. In die Längen und Spitzen kommt lediglich eine Spülung, andernfalls wird das Haar dort zu sehr aufgeraut, was zu vermehrter Splissbildung und Trockenheit führt.

2.2. Pflegeprodukte richtig auswählen: 4 Stoffe, die trockenes Haar pflegen

Die Produkte, die für die Pflege von trockenem Haar angewendet werden, sollten möglichst auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt sein. Shampoo sollte dabei nicht nur eine reinigende Wirkung haben, sondern bestenfalls Haut und Haar auch mit Feuchtigkeit versorgen. Insbesondere dann, wenn die körpereigene Talgproduktion gestört ist. Nachfolgend erfahren Sie übersichtlich, welche Pflegestoffe in Haarprodukten für trockenes Haar geeignet sind:

Pflegestoff Details und Wirkung
Fettsubstanzen
  • beispielsweise pflanzliche Öle und Wachse, Lanolin oder Lecithin
  • rückfettende Wirkung, die den natürlichen Schutzmantel wieder aufbaut
Ammoniumverbindungen
  • beispielsweise kationische Tenside
  • besonders für lockiges Haar geeignet, sorgen für eine bessere Kämmbarkeit und verhindern aufgeladenes Haar
Eiweißhydrolysate
  • beispielsweise Kollagen oder Seidenproteine
  • regen gesundes Haarwachstum an und reparieren beschädigte Haarfollikel
Provitamine
  • beispielsweise Panthenol
  • spendet Haarfasern nachhaltig Feuchtigkeit und verleiht Glanz

Ungeeignet für das Pflegen trockener Haare sind Pflegeprodukte, die Silikone, Sulfate oder Alkohol enthalten. Insbesondere Letzterer entzieht nämlich eher Feuchtigkeit, als dass er sie spendet.

2.3. Nur trocken bürsten

Das richtige Bürsten der Haare kann ebenfalls ein wichtiger Teil sein, wenn es um das Pflegen von trockenen Haaren geht. Das Bearbeiten mit Kamm und Bürste verursacht Reibung, was wiederum die Haaroberfläche anrauen kann. Insbesondere im nassen Zustand sind Haare empfindlicher und anfälliger für Schäden.

Wählen Sie also idealerweise eine sanfte Bürste mit groben Naturborsten. Nach dem Waschen werden die Haare zuerst getrocknet, bevor Sie entwirrt werden. Falls das aufgrund Ihrer Haarstruktur, beispielsweise bei lockigen Haaren oder krausen Haaren nicht möglich ist, greifen Sie bestenfalls zu einem grobzinkigen Kamm, mit dem Sie vorsichtig durch die handtuchtrockenen Haare fahren.

Tipp: Noch schonender ist es, die Haare vor dem Waschen zu bürsten oder etwa unter der Dusche während eine Spülung einwirkt zu kämmen und sie anschließend ohne weiteres Bürsten oder Kämmen lufttrocknen zu lassen.

2.4. Trockene Spitzen mit Haaröl pflegen

haaröl wird in haarspitzen gegeben

Für trockene Haarspitzen ist ein Pflegeöl eine Wohltat.

Spröde Spitzen, die durch strapaziertes Haar, aber auch durch trockenes Haar entstehen können, sollten regelmäßig mit einem Haaröl gepflegt werden. Sie umhüllen die Haarfasern wie ein Schutzschild und verleihen Glanz.

Vor der Haarwäsche wird das Öl als Kur in die Längen gegeben und sollte ca. 10 Minuten lang einwirken. Anschließend werden die Haare wie gewohnt gewaschen. Bei einer Anwendung nach der Haarwäsche werden die nassen Haare zunächst mit einem Handtuch leicht angetrocknet.

Rubbeln Sie das Handtuch nicht über den Kopf, da das die Haarstruktur weiter aufrauen kann. Stattdessen wird das Wasser nur ganz sanft ausgedrückt, bestenfalls mit einem Mikrofaserhandtuch. Dann werden wenige Tropfen des Öls in die Längen und Spitzen gegeben, wobei der Haaransatz ausgelassen wird, da sonst ein fettiger Ansatz die Folge sein kann.

Hinweis: Hat sich Spliss schon besonders stark breit gemacht, hilft auch das beste Haaröl nicht. Dann kommen Sie um den Gang zum Friseur nicht herum. Wird der Spliss nicht abgeschnitten, zieht er sich weiter nach oben und beschädigt das Haar immer weiter.

2.5. Beim Styling auf Hitzeschutz setzen

Da Föhn, Glätteisen oder Lockenstab dem Haar zusätzlich Feuchtigkeit entziehen, ist ein hochwertiger Hitzeschutz in jedem Fall vor der Anwendung solcher Styling-Methoden aufzutragen. Oft gibt es 2-in-1-Öle, mit denen das Haar gepflegt und gleichzeitig vor Hitzeeinwirkung geschützt wird.

Der Hitzeschutz sollte in die nassen Haare gegeben werden, bevor sie geföhnt werden. Ganz gleich ob Öl, Serum oder Spray. Werden die Haare anschließend mit Glätteisen oder Lockenstab gestylt, kommt davor eine zusätzliche Schicht des Produkts auf die Haare.

2.6. Einmal pro Woche eine Haarkur anwenden

frau arbeitet haarkur in ihre haare ein

Eine Haarkur versorgt Ihre Mähne mit zahlreichen Nährstoffen und Feuchtigkeit.

Je nach Häufigkeit des Waschens sollte möglichst einmal die Woche eine Haarkur in den Haaren einwirken. Dabei ist eine Einwirkzeit im feuchten Haar von ca. 10 bis 15 Minuten ausreichend. Tragen Sie die Kur einfach unter der Dusche auf, stoppen Sie den Wasserzulauf für diese Zeit und nutzen Sie die Einwirkzeit, um ein Hautpeeling aufzutragen oder um sich zu rasieren.

Um trockene Haare zu pflegen, haben sich vor allem die folgenden natürlichen Wirkstoffe in Haarkuren bewährt:

3. Hausmittel für die Pflege von strohigem Haar

natürliche zutaten wie honig, orange und rosmarin für eigene herstellung von pflegeprodukten

Mit einfachen Zutaten wie Olivenöl und Joghurt können Sie Ihre Haarkur selber herstellen.

Natürlich müssen Sie eine Haarkur nicht zwingend kaufen, sondern können Sie auch selber herstellen. Haben Sie beispielsweise Kokos- oder Jojobaöl in seiner reinen Form im Haus, eignen sich diese Stoffe wunderbar als Bestandteile der selbstgemachten Haarkur.

Mischen Sie beispielsweise einen Esslöffel Bio-Kokosöl mit zwei Esslöffeln Olivenöl und bei Bedarf zwei Teelöffeln Honig und tragen Sie das Gemisch auf Ihre trockene Haarpracht auf. Nach 30-minütiger Einwirkzeit waschen Sie die Kur gründlich mit etwas Shampoo aus. Auf eine Spülung kann nach dem Auftragen einer Kur übrigens bis zum nächsten Waschgang verzichtet werden, da die Haare sonst mit zu vielen Nährstoffen überlastet wären.

Anstelle des Kokosöls können Sie auch Naturjoghurt, eine zermatschte Avocado oder Banane einsetzen. Die natürlichen Bestandteile unterstützen die Feuchtigkeitsaufnahme der Haare, liefern Nährstoffe und sorgen für ein angenehmes Haargefühl.

 

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